Umwelt- und Klimaschutz
ThyssenKrupp Steel Europe hat Umweltschutz als Unternehmensziel definiert und dies in seinen Umweltleitlinien festgehalten. Das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften arbeiten im betrieblichen Umweltschutz nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 14001.
Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat ThyssenKrupp Steel Europe rund 368 Millionen Euro in den Bereichen Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Kreislaufwirtschaft, Lärm- und Bodenschutz aufgewendet.
Bei Neubauten entfallen mittlerweile bis zu 30 Prozent der Investitionskosten auf Umweltschutzeinrichtungen. Eine breite Palette an umweltfreundlichen Produkten und umfassendes Know-how beim Einsatz umweltfreundlicher Werkstoffe machen ThyssenKrupp Steel Europe zudem zum innovativen Partner für Umwelttechnologien.
Klimaschutz
ThyssenKrupp Steel Europe stellt sich der Herausforderung Klimaschutz: Auf der einen Seite werden die Produktionsanlagen und -prozesse so optimiert, dass Treibhausgasemissionen auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden. Zum anderen wird der Werkstoff Stahl so weiterentwickelt, dass er in der Anwendung einen immer größer werdenden Beitrag zum Klimaschutz leistet. So sparen leichtere Stahlkarosserien für Automobile über ihre Nutzungsdauer mehr CO2, als für den eingesetzten Stahl bei der Produktion entstehen. Moderne Elektrobandqualitäten für Transformatoren wandeln Energie mit einem Wirkungsgrad von 99 Prozent um. Zahlreiche Stahlanwendungen im Bereich regenerativer Energie wie Wind- und Wasserkraft oder in Photovoltaik-Systemen demonstrieren, dass Werkstofflösungen aus Stahl für effektiven Klimaschutz unverzichtbar sind.
Bei der Produktion von Stahl entsteht CO2, als unvermeidliches Nebenprodukt der Reduktion von Eisenerz mit Hilfe von Koks und Kohle. Die Menge der CO2-Emissionen in der Stahlindustrie hängt damit direkt von der Menge der Roheisen- und Stahlproduktion ab. ThyssenKrupp Steel Europe hat den Einsatz der Reduktionsmittel Koks und Kohle in den letzten Jahrzehnten durch Prozessoptimierungen ständig verringert. Hierdurch ließ sich der CO2-Ausstoß seit 1990 um 15 Prozent und seit 1960 sogar um 40 Prozent verringern. Derzeit liegt der Reduktionsmitteleinsatz bei weniger als 490 Kilogramm pro Tonne Roheisen und damit dicht an der Grenze des technisch Machbaren.
- Europäischer Emissionshandel
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Im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) erhält die gesamte europäische Stahlindustrie (200 Millionen Tonnen Erzeugung pro Jahr, Mt/a) freie Emissionszertifikate, um die Wettbewerbsnachteile gegenüber Stahlerzeugern in Ländern ohne ETS wie China (500 Mt/a), Japan (120 Mt/a), den USA (90 Mt/a), Russland (70 Mt/a) oder Indien (55 Mt/a) zu verringern. Die Höhe dieser Zuteilung orientiert sich an den besten in Europa verfügbaren Anlagenstandards, um sicherzustellen, dass klimaschonendes Verhalten belohnt wird. Weitere Zertifikate erhält die Industrie für die auf verschiedenen Stufen der Stahlproduktion entstehenden Kuppelgase. Diese Zertifikate müssen kostenlos an die Endverbraucher weitergegeben werden, die die Gase als Energieträger nutzen.
Die Menge der frei zugeteilten Emissionsrechte ist bereits heute so knapp bemessen, dass in normalen Produktionsjahren Zertifikate zugekauft werden müssen. Als zusätzliche Belastung wirkt sich aus, dass der Emissionshandel den von ThyssenKrupp Steel Europe bezogenen Strom erheblich verteuert.
- Gewässerschutz
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ThyssenKrupp Steel Europe hat sich dem Gewässerschutz und dem sparsamen Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser verpflichtet.
Für die Produktion von Stahl werden in den verschiedenen Herstellungsstufen große Mengen Wasser unterschiedlicher Qualität benötigt. ThyssenKrupp Steel Europe hat einen Wasserbedarf von rund 1,19 Milliarden Kubikmeter. Praktisch benötigt werden jedoch nur rund 66 Millionen Kubikmeter Frischwasser im Jahr. Hierfür betreibt ThyssenKrupp Steel Europe an allen Standorten Wasserkreislaufsysteme, in denen das Wasser bis zu 40mal genutzt wird, bevor es entweder verdunstet oder als gereinigtes Abwasser abgeleitet wird.
Ergänzend zu der Schonung der Wasserressourcen, der Minimierung der Abwassermengen und der sicheren Abwasserbeseitigung kommt dem sorgfältigen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in den Anlagen große Bedeutung zu. Neben beträchtlichen Aufwendungen für Schutzvorkehrungen an den Anlagen wie z. B. Auffangräumen oder doppelwandigen Anlagenteilen spielt auch die intensive Schulung aller Mitarbeiter, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen, eine zentrale Rolle. Alle Erhaltungsbetriebe der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind Fachbetriebe gemäß Paragraph 19l des Wasserhaushaltsgesetzes. Außerdem ist ThyssenKrupp Steel Europe Mitglied der Überwachungsgemeinschaft der Metallanlagenbetreiber (ÜMET), die zusammen von der Stahlindustrie und dem Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) geschaffen wurde.
- Kreislaufwirtschaft
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Wesentliche Ziele der Kreislaufwirtschaft von ThyssenKrupp Steel Europe sind die Vermeidung von Abfällen oder deren Verwertung durch ein optimiertes Stoffstrommanagement. So werden rund 97 Prozent der als Begleitprodukt der Roheisenerzeugung entstehenden Hochofenschlacken direkt zu so genanntem Hüttensand verarbeitet. Hüttensand ist ein wichtiger Rohstoff für die Zementherstellung. Durch seinen Einsatz lassen sich natürliche Ressourcen wie Kalkstein schonen, lässt sich Energie sparen und lassen sich im Vergleich zu natürlichen Einsatzrohstoffen CO2-Emissionen vermeiden. Hochofen- und Stahlwerksschlacken werden außerdem als Baustoffe, etwa für den Straßenunterbau oder für Uferbefestigungen an Flüssen und Seen, gezielt hergestellt oder kommen als begehrte Düngemittel zum Einsatz.
Eisenhaltige Stäube und Schlämme, wie sie bei Abgasreinigung und Wasserbehandlung entstehen, werden bei ThyssenKrupp Steel Europe direkt wieder zu Roheisen und Schlacke verarbeitet. Dafür hat das Unternehmen das Oxycup-Verfahren entwickelt, bei dem aus den eisenhaltigen Stäuben und Schlämmen zunächst Agglomeratsteine entstehen, die dann in einem Schachtofen zu Roheisen und Schlacke geschmolzen werden. Hieraus ergibt sich nicht nur eine höhere Recyclingquote für Eisen, sondern auch eine Verringerung der CO2-Emissionen um rund 200.000 Tonnen pro Jahr. Außerdem werden Rohstoffe gespart und es wird wertvoller Deponieraum geschont.
- Luftreinhaltung und Lärmschutz
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Luftreinhaltung und Lärmschutz gehören zu den zentralen Aufgaben des Umweltschutzes bei ThyssenKrupp Steel Europe, da sie direkte positive Auswirkungen auf die Nachbarschaft der Produktionsstätten haben.
Die hohen Anforderungen an die Luftqualität machen eine aufwändige Abgasreinigung erforderlich. Unsere Anlagen haben wir deshalb mit Entstaubungseinrichtungen ausgerüstet, die technisch weltweit Maßstäbe setzen. Gleichwohl stellen die Grenzwerte der EU-Luftqualitätsrichtlinie besondere Herausforderungen an die Entstaubungstechnik. Aufgrund der Nähe der Produktionsanlagen zur Wohnnachbarschaft müssen besondere Maßnahmen zur Emissionsminderung ergriffen werden. ThyssenKrupp Steel Europe hat in einem Maßnahmenpaket freiwillig eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, um die Feinstaubemissionen weiter zu senken.
Mit einer modernen Emissionsüberwachung schafft ThyssenKrupp Steel Europe Transparenz. So wird an unseren deutschen Standorten die Effizienz der wichtigsten Einrichtungen zur Luftreinhaltung kontinuierlich überprüft. Die Daten dieser Emissionsquellen werden online durch einen Zentralrechner ausgewertet und direkt an die entsprechende staatliche Aufsichtsbehörde gesendet.
Zur Verbesserung der Geräuschsituation werden alle neuen Betriebseinrichtungen besonders lärmmindernd konstruiert. Darüber hinaus sind in weiten Bereichen des Werkes in Duisburg Lärmschutzwälle oder -wände errichtet worden.
- Bodenschutz
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ThyssenKrupp Steel Europe sichert mit einer Vielzahl an Maßnahmen den Schutz des Bodens. Diese Aspekte werden frühzeitig in die Planung neuer Produktionsanlagen einbezogen. Beim Bau und Betrieb von Anlagen, aber auch bei Stilllegungen spielt der Bodenschutz eine wichtige Rolle. Moderne Anlagentechnik minimiert Belastungen des Bodens. Mitarbeiterschulungen vermitteln einen sorgsamen Umgang mit Stoffen, die zu Bodenverunreinigungen führen könnten. Hinzu kommt die enge Verzahnung von Vorsorge und Kontrolle mit dem Gewässer- und Immissionsschutz.
Rund 35 Prozent des Grundstückbesitzes am Standort Duisburg der ThyssenKrupp Steel Europe AG sind Frei- bzw. Vegetationsflächen, die unter Umweltgesichtspunkten angelegt und gepflegt werden. Begrünte Wallanlagen dienen dem Immissions- und Lärmschutz. Gleichzeitig wird die Umgebung optisch aufgewertet. Stillgelegte Deponien oder fertig gestellte Abschnitte im Betrieb befindlicher Deponien werden laufend zu grünen Landschaften renaturiert.





